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Die Piraten hören unsere Musik! Tötet sie!

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In einem Artikel des Schulspiegels heißt es: “Die Folgen der Internetpiraterie für Künstler, Konsumenten und die Musikbranche” zu erforschen. Und zwar von Kindern – nicht nur, dass der dahintersitzene “Bundesverband Musikindustrie” meint, die Musikpiraterie würde Buchverlagen sowie Filmproduzenten zu schaffen machen, sondern auch den Steuerzahlern. Ein Propagandaargument. Denn alles, das Schulden verursacht, sei das auch die “Musikpiraterie” oder Graffiti & Streetart a.k.a “Schmierereien”. Alles wird stigmatisiert, und oberes “Argument” wird fast immer genannt.

Dass Geld mehr als Musik in der “Musikindustrie” steckt, das sieht man schon im Namen – nun ja, was wäre denn eine Musikindustrie ohne Geld? RIchtig, einfach nur “Musik” – und diese hat sich auch ohne eine Industrie gut entwickelt. Der Wirtschaft hat das auch herzlich wenig geschadet und wenn wir zu den Künstlern kommen – denen auch nicht. Dass sich viele gar von der Industrie abwenden, scheint sicher keine Seltenheit zu sein. Und dass Trendmusik häufiger und häufiger scheitert, darüber meckert höchstens ein dreizehnjähriger Britney Spears-Fan. Durch diese Misserfolge ist auch DRM entstanden, ein Versuch noch den letzten Hörern gewaltig in den Arsch zu treten. Der Ausdruck “Raubkopierer” bezeichnet auch jemanden, der seine legal erworbene Musik so hören wie er will.

Soweit alles klar, nun soll man in einem Schülerwettbewerb, der von oben genannten Haufen organisiert und vom Spiegel unterstützt wird mit “journalistischem Touch” mehr oder weniger berichten, welche Auswirkungen der freie Austausch von Musik in der o.g. “Branche”, bei den Künstlern und bei den Hörern habe. Ob der freie Austausch schuld an den Umsatzrückgängen sei und die etwas seltsame Frage, ob denn die Musik ihre Attraktivität verloren habe. Auf die Beantwortung der Frage, welche legalen Möglichkeiten es gibt, bin ich aber trotzdem gespannt. Wenn aber Begriffe wie “Piraterie”, “Diebstahl” und “illegal” dominieren bzw. sogar das Thema leiten, dann kann ich mir kein ziemlich erfreuliches Ergebnis vorstellen. Man muss sich schließlich noch daran erinnern, dass die Gewinner von der “Musikindustrie” gekürt werden. Belohnt werden die “Gewinner” mit Poptickets oder einem Markenplayer.

Gewonnen hat Jan Sommerfeld, der zwar Einblicke in die Szene berichtet und ein Interview mit Schandmaul-Frontsänger Thomas hatte, aber leider einen Artikel bringt, den man durch Fernsehschauen und Schülerbefragen mit ähnlichem Resultat erzielt hätte.

Klar, auch traue ich den Menschen viel Gutes zu, aber das was mich am meisten beunruhigt ist der Umgang mit Propaganda. Klar, Propaganda ist politisch, aber nicht nur. Propaganda hat sich auch oft genug mit Kapitalismus vermischt. Das will ich nicht nur Jan, sondern größtenteils allen größtenteils bewusst vorwerfen, denn die Kriminalisierung der “Musikpiraten” ist mehr durch die Plattenfirmenbosse entstanden als durch die Künstler. Dass nur die wenigsten Musik tauschen um ihre Festplatten vollzustopfen als sie zu genießen scheinen wohl viele nicht zu merken. Warum soll sich der Umgang mit Musik zum Beispiel dem von Bildender Kunst unterscheiden? Die Daten auf den Festplatten sind höchstens Kopien, niemand wird diese einem Konzert, einem Galeriebesuch oder einem Theaterstück vorziehen. (“Ist ein Album gut, so sind die Fans bereit Geld für Konzerte auszugeben, das sie zuvor gespart haben, indem sie die CDs kostenlos aus dem Internet gezogen haben.”)

Man kann die Kunst auch nicht als ein materielles etwas betrachten. Kunst ist für die Menschen geschaffen – sie soll den Menschen gezeigt werden und sie ist nicht da um den Menschen vorenthalten zu werden.

Was ist der Wert einer Kopie? Wie kann ein so großer Preisunterschied zwischen physischem Datenträger und digitaler Kopie liegen?

(Bin dank keimform.de auf den Wettbewerb gestoßen)

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(CC-BY-NC) 2009 Wosch.

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