Keine Sorge, dieser Artikel behandelt nicht die allgemeine Misère der heutigen Jugend zwischen Drogenmissbrauch, Gewaltbereitschaft und Perspektivlosigkeit. Dieses Evergreen-Thema werde ich wohl später noch gebrauchen, wenn mir nichts mehr einfällt.
Heißt es nicht, die Jugend von heute sei so medienkompetent? Schließlich muss sich eine Generation, von der 90% mehrmals pro Woche einen Computer benutzen und mind. 7 von 10 Leuten im Besitz eines eigenen Rechners sind, damit auskennen1 – oder etwa nicht?
99% aller Computerprobleme sitzen vor dem Bildschirm.
Alte Nerd-Weisheit
Doch nein, so ist es nicht. Vielmehr existiert eine gewisse “Es soll einfach nur funktionieren”-Mentalität. Die eigentliche Idee für diesen Artikel bekam ich – so wie schon oft – in der Schule. Englischprojekt: Gruppenarbeit zu diversen Themen Australiens. Das heißt also, Informationen im Internet suchen, diese zusammentragen und dann in Form einer Powerpointpräsentation vermitteln. Im Normalfall heißt das, dass man den Umgang mit zwei Sachen beherrschen sollte: Das Internet und Office-Software. Bitter, wenn man es nicht tut.
Umgehen können die meisten meiner Mitschüler eigentlich mit den meisten der Funktionen der Programme. Vielleicht sollte man es ja wörtlich nehmen. Umgehen. Es sind nunmal die Pseudoprofis wie ich, die jedes Mal einen Schreikrampf kriegen könnten, wenn mal wieder jemand www.google.de (die richtig Harten tippen natürlich mit ihrer unglaublichen Geschwindigkeit von einem Tastaturanschlag pro Sekunde zusätzlich http:// ein) aufruft, nur um dort in das Suchfeld youtube einzugeben (während sie bei einem fehlenden e sofort fluchen und das ganze Wort löschen um von vorn zu beginnen). Auf YouTube geht die elendige Tipperei dann schon wieder los.
[Ich könnte eigentlich allgemein immer einen Schreikrampf kriegen, wenn "jemand ≠ ich" an die Tastatur geht. Aber das ist eine andere Sache.]
Fassen wir zusammen, Was hat der nette User nun während der Suche nach einem YouTube-Video, sagen wir, einem bestimmten Song “falsch” gemacht?
Falsch bedeutet wohlgemerkt einfach nur, dass es hätte cooler nerdiger geschickter und einfacher gehen können.
- http:// und www. sind wohlbekannt vollkommen unnötig. www kann sogar dazu führen, eine Webseite nicht aufrufen zu können.
- Wieso Google? Mir tut es immer wieder im Herzen weh, wenn ich bemerke, dass Leute scheinbar einen gewissen Mechanismus haben, immer Google als zentrale Startseite anzupeilen. Firefox-Google-Startseite (diese hier)? Verstehe ich nicht, doch lieber www.google.de eingeben…
- Neben der Tatsache, dass man mithilfe der Pfeiltasten und dem gezielten Einsatz der Backspace-Taste einzelne Buchstaben löschen kann sollte man auch gemerkt haben, dass Google sowieso nicht auf Rechtschreibung achtet. Es gibt neuerdings ja sogar Google Suggest, mit dem man das Wort nicht ausschreiben muss und außerdem sogar Rechtschreibfehler korrigiert werden.
- Und nochmal. Der Umweg über Google ist ja mal vollkommen sinnlos.
Frag’ mich nicht, wieso ich mich überhaupt an diesem Essay versuche (haha, gutes Wortspiel). Schließlich ist ja alles schön und gut und es funktioniert ja auch. Ich glaube, ich will mich doch sowieso nur darüber auslassen, dass solche Leute von sich denken, sie seien “gescheit” in puncto Computer-Allgemeinwissen. Ja, ich denke, das ist eine ganz guter Vorwand.
- laut JIM-Studie 2007/2008 [↩]

kasumi
on Jun 17th, 2009
@ 09:54:
Du sprichst mir aus der Seele. Diese “www tipper” nervern mich total! Wenn mein Dad das macht ok, der hat erst vor einem Jahr gelernt wie man einen PC an und aus macht, aber menschen in meinem Alter?
Glücklicherweiße ist mir noch keiner untergekommen der “http://” eintippt.
Was mich total nervt ist wenn einer seine Toolbaar nicht nutzt. Nicht umsonst hat Firefox die zeile mit dem “G” oben rechts. Ich hab sogar youtube, flickr und viele andere Seite in dieser Toolbar verewigt. Es spaart viel Zeit!
mig
on Jun 17th, 2009
@ 12:56:
Also ich schwöre ja auf Schlüsselworte! Bei Google einfach einen Rechtsklick auf das Suchfeld machen, dann Ein Schlüsselwort für diese Suche hinzufügen… anklicken und dann bei Schlüsselwort irgendeinen Buchstaben (oder auch mehrere :D) eintippen, zum Beispiel g für Google. Nun kann man jederzeit in die Adresszeile einfach ein g eintippen, Leertaste und dann das zu suchende eintippen.
Funktioniert natürlich auch mit Wikipedia, Leo, YouTube und so.
Lifecheater
on Jun 17th, 2009
@ 13:58:
Wikipedia und Youtube-Kürzel sind ein Muss.
kasumi
on Jun 17th, 2009
@ 20:02:
ist keibn muss wenn man die verdammte toolbar nutzt! =O
Paramantus
on Jun 18th, 2009
@ 19:51:
Ach, lasst doch alle so machen, wie sie wollen… :-P
mig
on Jun 23rd, 2009
@ 17:46:
So wundert es mich übrigens auch nicht, dass man Google Insight benutzen kann, um (mehr oder weniger) zuverlässig globale Trends zu erforschen.