Diesen Artikel widme ich der fleißigen Mitschülerin mit den besseren Noten, dem Programmiererfreund, der immer mindestens dreimal so viele Sprachen doppelt so gut wie ich kann, dem Freund, der mich jedes Mal beim Tischtennis abzieht und dem verdammten Typen aus meiner Klasse, der viel musikalischer als ich ist.
Jeder hat ein Ego und das schon immer. Es liegt wohl in der Natur des Menschen das “besser sein” vorzuziehen. Im Kleinkindalter vielleicht mehr Aufmerksamkeit von den Eltern zu bekommen (im Vergleich zum Geschwisterchen), später dann bessere Noten zu haben, erfolgreicher im Hobby sein. Bei mir sind es eben die oben genannten Dinge und Leute. Genauso wie es verschiedene Sachverhalte gibt, in denen jemand besonders ehrgeizig ist, gibt es auch die unterschiedlichsten Methoden, damit umzugehen. Manche können es nicht leiden, wenn jemand in ihrem Spezialgebiet besser ist und begegnen diesen Leuten dann mit Verachtung, andere sehen sowas als Ansporn und geben sich noch mehr Mühe, wieder anderen ist sowas egal. Dies kann sich natürlich auch insofern äußern, dass sie sich nur selbst betrachten und sich gut finden – bis hin zur vollständigen Arroganz („Ich bin einfach besser als ihr“-Einstellung).
Es ist sicherlich gut, ehrgeizig zu sein, aber es kann einen ebenso richtig auffressen, wenn man krampfhaft versucht jemand anders zu überbieten, es aber einfach nicht kann. Andererseits ist oftmals der einzige Antrieb bei einer Aufgabe der Wetterbewerbsgedanke, der uns zu hohen Leistungen bringt. Andere benachteiligen/hänseln, weil sie etwas gut können, ist sowieso vollkommen schwachsinnig (sofern sie nicht damit übertrieben angeben).
So muss man also seinen ganz persönlichen Mittelweg finden zwischen der Ignoranz und dem Neid und auch manchmal einfach sagen können: „Du bist besser als ich.“
Ich wünsch euch noch einen schönen Tag, aber nicht schöner als meinen. ;)

Lifecheater
on Apr 25th, 2009
@ 13:38:
Andere zu überbieten ist leichter als sich selbst irgendwo zu überbieten zu wollen.
Lifecheater
on Apr 25th, 2009
@ 13:54:
Alle Menschen sind an ihrem Wert gleich, jeder hat etwas an ihm/r, dass ihn wertvoll macht, jeder hat auch negative Seiten. Und wenn ich jeder sage, dann meine ich das auch.
mig
on Apr 25th, 2009
@ 16:20:
Das ist aber auch eine ganz andere Sache, die vielleicht sogar einen eigenen Beitrag verdient.
Moritz
on Apr 26th, 2009
@ 09:35:
Ach, ich gehe damit immer ganz locker um. Es gibt zwar schon Bereiche – z.b. das Schreiben – in denen ich überdurchschnittlich gut sein möchte, aber ich versuche nicht zwanghaft besser als andere zu schreiben – mit der Zeit kommt das schon.
Schulisch muss ich von mir – leider – auch sagen, dass ich mich mit fast mittelmäßigen Noten zufrieden gebe, weil ich viel zu faul bin, für die besseren Noten zu arbeiten. Da ist es mir dann auch wurscht, wenn andere besser sind als ich, solange sie einen nicht dumm angucken und sich plötzlich für klüger halten – was manch einer gerne zu tun scheint (weil er/sie vllt. nicht begreift, dass Noten weitaus weniger aussagen, als man im ersten Moment denkt).
Ulf
on Jun 1st, 2009
@ 10:19:
Ich bin eh der Größte.
;-)